Projekttagebuch

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TAGEBUCH 2017 von Juli - Dezember 2017

 

 

Mitte Juli 2017

 

Ein relativ langes Hügelbeet war uns zu breit geworden. Deshalb haben wir es 2016 aufgelöst. Mit der abgetragenen Erde haben wir andere Hügelbeete im April 2017 aufgefüllt. Zum Neuaufbau haben wir uns entschlossen 5 kleine Hügelbeete quer zum vorigen aufzubauen. Wie immer mit grobem Geäst als Unterbau und Laub bzw. Strauchabschnitte als obere Schicht. Auf jedem der Hügelbeete haben wir dann mittig Rohkompost gesetzt und etwas gute Erde. Danach haben wir Wiesenschnitt zur "Endabdeckung" genommen.  In die Mitte werden Kürbisse gesetzt.

 

 

HügelbeeteHügelbeeteHügelbeete

 

im Folgenden noch von zwei Hügelbeeten Vorher-Nachher-Bilder. So ging es ab zwischen April und Juli

 

HügelbeeteHügelbeeteHügelbeeteHügelbeete

 

 

 

 

Mitte Juli - Ende August und 1. November 2017

 

Kreisläufe schließen sich, Abfälle gibt es nicht! Das gilt bei uns auch für ausgediente Holz-Sonnenschirmgestelle, die über die Jahre als Schattenspender den Stoff verloren haben. Bei uns im Pardiesgarten gibt es für sie eine Reinkarnation = sie werden zu zwei Drachenflügeln, die sich vom dicken Erddrachinnenbauch nach rechts hochschwingen. In diesem Jahr haben wir einen Flügel mit insgesamt 4 Schirmen aufgestellt. In der nächsten Saison werden noch weitere "Holzsonnenschirmskelette", die auf der Weinterrasse des Landgasthofs ihr erstes Leben ausgehaucht haben, als zweiter Flügel mit drei Schirmen wieder auferstehen. Bevor wir die Aufstellungsarbeit machten, haben wir die Holzgerippe an den Gelenken mit Metallhülsen verstärkt und Verstrebungen - wo notwendig - erneuert. Außerdem bekam jeder Schirm ein schickes Kupferdächelchen (siehe Foto 1). Zur Probe haben wir dann mit Weidenruten die Sonnenschirmdurchmesser und Anzahl der Speichen auf dem Boden markiert, um so die zukünftigen Standorte der Sonnenschirmgestelle festzulegen. (Foto 2). Nun wurden an den markierten Stellen vier Eisenrohre von 2m Höhe und 70mm Durchmesser - oder waren es 80mm? - einbetoniert (Foto 3-5). Am oberen Ende der Eisenrohre haben wir Löcher vorbohren lassen. Nun wurden die Sonnenschirme unterschiedlich hoch in die Eisenstangen eingelassen - der Drachenflügel soll sich an der Schwingenspitze natürlich am höchsten erheben (Foto 6) - und dann mit Schrauben in der gewünschten Höhe fixiert. Damit der Flügel auch als Einheit wahrgenommen wird, haben wir die vier Sonnenschirmgestelle mit grün-ummanteltem Draht verbunden (Foto 7-9). An der Außenseite des Flügels hin zum benachbarten Acker haben wir ebenfalls mit grünen Drahtseil Kletterhilfen für Hopfen gespannt, den wir zum Teil an den vorgesehenen Stellen schon gepflanzt haben (Foto 10-16). Wir hatten aber zuwenig Pflanzen, deshalb muss die Fertigstellung dieses Flügels auch bis nächstes Jahr warten, wenn es dann ja die weitere Auferstehung von Sonnenschirmskeletten gibt. Das letzte Foto zeigt den Drachenflügel am 1. November 2017. Eigentlich sollten die Wildgänse auf dem Bild zu sehen sein, die direkt über dem Paradiesgarten in Seelen berührender Formation in ihr Winterquartier flogen. Apropos Fliegen! Luft ist das Medium und so kam die Idee auf eine Aeolis Harfe im Kontext mit den Drachenflügeln zu installieren. Ein wunderschönes Beispiel, wie sie aussehen könnte, ist die Aeolis Harfe "Die Geflügelte" von der Künstlerin Jutta Kelm. Hier kann man sie sehen und hören. Auf jeden Fall werde ich mit Frau Kelm Kontakt aufnehmen, um mit ihrer Expertise eine passende Erdrachin-Aeolis-Windmusik zu entwickeln.

 

 

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Ab Juli 2017

 

An der Stelle hin zur Wasserzisterne - also im Nierenbereich der Erddrachin - wird ein Kistengarten aufgebaut. In der Mitte der Drachenspur werden drei Kisten übereinander gestapelt und davon rechts und links zwei Kisten übereinander. Das soll dann ein bisschen die Anmutung haben wie Wirbelknochen eines Skeletts. Wichtig auch: Lediglich die jeweils oberste Kiste ist bepflanzt; die unteren Kisten dienen zur Kompostgewinnung. Dieser Kompost wird durch das Einwandern von Regenwürmern von unten, sogar noch zum viel wertvolleren Wurmkompost! Mit der Befüllung der Kisten haben wir schon im Mai begonnen. Als Kisten verwenden wir grüne Gemüsekisten vom Landgasthof Paulus Lieferanten für Gemüse, Obst und Kartoffeln Bioland Denis in SLS-Lisdorf. Die Befüllung der Kisten ist wie folgt. Als unterste Schicht - ca. 15cm hoch - gibt es grobe Putzabschnitte wie z.B. Strünke und Hüllblätter von Wirsing, Rotkohl, Weißkohl oder Artischocken. Danach streuen wir etwas pyrolisierte Pflanzenkohle ein, die wir noch mit EM-aktiv besprühen, denn wir wollen ja Terra Preta herstellen. Und für die Bindigkeit streuen wir noch 1 EL Urgesteinsmehl darüber. Im Landgasthof fällt auch viel Kaffeesatz an, den mögen Regenwürmer ja bekanntlich besonders gerne. Natürlich kommt der dann mit in die Kiste. Dann kommt eine Schicht Erde - ca. ein gefüllter 10 Liter Eimer - darüber. Die Erde schöpfen wir aus Hochbeeten, die wir auflösen, weil sie zu sehr abgesackt sind. Nach der Entnahme dieser sehr guten Erde bauen wir die Hochbeete wieder neu: das aber ist ein anderes Thema. Nun zurück zu der Kistenbefüllung. Nach der ersten Lage Erde kommen nun feinere Putzabfälle wie von Salat, Mangold und Spinat, Schälabfälle von Karotten und Kartoffeln als zweite Lage, dann wieder Pflanzenkohle, EM-aktiv, Urgesteinsmehl und Erde. Für die Kisten, die nicht bepflanzt werden wiederholen wir das dann nocheinmal. So sind sie dann bis zum oberen Kistenrand befüllt. Bei den Kisten, die oben stehen werden und die wir bepflanzen bzw. einsäen, kommt schon nach den feineren Putzabfällen, Pflanzenkohle, EM-aktiv Urgesteinsmehl ca. 15 Liter Erde als Abdeckung. Im 3. Bild sieht man verschiedene Stufen der Befüllung der Kisten. Die Kisten, die auf den ausgedienten Kabeltrommeln stehen, sind schon mit Erbsen eingesät oder mit buntem Mangold bepflanzt. 

 

KistengartenKistengartenKistengarten

 

Der in die Kisten gepflanzte Mangold ist dabei auch noch bemerkenswert. Solange wir noch keinen Mangold im Paradiesgarten ernten können, kaufen wir für den Landgasthof bei Bioland Denis bunten Mangold. Bei Denis wird der Mangold im Gegensatz bei uns als ganze Pflanze mit einem bodennahen Schnitt geerntet. Wenn wir nun in der Landgasthofküche den Mangold verarbeiten, brechen wir die Stängel von außen nach innen ab und lassen das Herz stehen. Diese Herzen werden dann in eine Schüssel mit Wasser gestellt, so dass sich die Herzen richtig mit Wasser vollsaugen können. Nach zwei Tagen werden sie dann in die Kisten gepflanzt. Dort wachsen sie weiter, bilden Wurzeln und schieben aus der Mitte heraus neue Blätter. Diese ernten wir dann stängelweise von außen nach innen ab. So beernten wir eine Pflanze quasi zweimal. Man kann dieses Pflanzen-Recycling auch mit den Herzen von Endiviensalat bzw. römischem Salat machen.

 

Kistengarten Mangold

 

Nach und nach werden die Kisten in den Paradiesgarten verfrachtet und dort nach dem oben genannten Schema aufgestellt. Im Folgenden ein paar Aufnahmen vom Erddrachin-Kistengarten. Auf den Bildern sieht man sehr schön wie die Recycling-Mangoldpflanzen gewachsen sind. Auf dem 5. Bild ist Erdbeerspinat zu sehen, der sich selbst ausgesät hat, denn wir hatten im Hügelbeet, von dem wir die Erde verwendet hatten, im Vorjahr mit Erdbeerspinat eingesät. Die Selbstversamung gilt auch für den Borretsch, Ringelblumen, Schwarzkümmel, Knoblauchrauke und den Feldsalat. Ganz spannend war auch zu sehen, dass selbst Kartoffelschalen, die wir zur Befüllung der Kisten verwendet haben, zu Kartoffelpflanzen gewachsen sind. Ja, das ist die wahre Kraft und Schönheit der Natur, wenn man sie lässt!  

 

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